Ein heißer Abend mit Tango-Rhythmen

Saarbrücken - Nicht nur Musik und Rhythmen steckten am Abend des 30. Mai voller lateinamerikanischem Feuer und Tango-Leidenschaft. Auch das Wetter übernahm seinen Part beim Konzert der Chöre und Orchester des Gymnasiums am Schloss in der Jugendkirche Elija. Am Ende war so gut wie jeder schweißgebadet: Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger, die beiden musikalischen Leiterinnen Julia Stodtmeister, Valeria Metzler und auch das Publikum.

Saarbrücken - Nicht nur Musik und Rhythmen steckten am Abend des 30. Mai voller lateinamerikanischem Feuer und Tango-Leidenschaft. Auch das Wetter übernahm seinen Part beim Konzert der Chöre und Orchester des Gymnasiums am Schloss in der Jugendkirche Elija. Am Ende war so gut wie jeder schweißgebadet: Musikerinnen und Musiker, Sängerinnen und Sänger, die beiden musikalischen Leiterinnen Julia Stodtmeister, Valeria Metzler und auch das Publikum. Überall kamen Fächer zum Einsatz, um sich eine bisschen Abkühlung zu verschaffen. Doch die Musik und die Stimmung waren mindestens ebenso prickelnd. Die Zuhörerinnen und Zuhörer ließen sich mitreißen, applaudierten begeistert als die letzten Töne der „Misa a Bueno Aires - Misatango“ verklungen waren. Einem Stück, in dem der argentinische Komponist Martín Palmeri (*1965) die Rhythmen und Klangfarben eines der sinnlichsten Tänze, dem Tango, mit dem lateinischen Messetext im klassischen Aufbau verbindet: vom Kyrie bis zum Agnus Dei. Besetzt ist das Stück mit Chor, Streichorchester, Klavier, Solo-Mezzosopran – und einem Instrument, das wie kaum ein anderes für den argentinischen Tango steht: dem Bandoneon. Kraftvolle Passagen wechseln sich in der Misatango mit eher lyrisch-bewegenden und nachdenklichen Teilen ab.

 

An diesem Abend übernahmen Daniel Gruselle (Bandoneon), Manuela Simmler (Sopran, als ehemalige Schlosskollegin und Chorleiterin eigens angereist), Chi-Hsien Kuan (Klavier) die Soloparts. Auf der Bühne hatten sich alle Chöre des Schlossgymnasiums und damit Unterstufen-, Mittelstufen- und Eltern-Lehrer-Schüler (ELSCH)-Chor unter dem Dirigat von Julia Stodtmeister zusammengefunden, begleitet vom Samstags-Orchester. Sie alle setzten einen mächtigen Schlussakkord an diesem Samstagabend mit dem musikalischen Friedensruf „Dona nobis pacem“ am Ende der Messe.

 

Eröffnet wurde das Konzert von den Jüngsten im Orchester SMS mit dem „Bolero“ von Richard Graf/Richard Filz. Damit war auch das Thema des Abends gesetzt: eine Sommernacht mit mitreißenden Rhythmen und besonderem Schwung.

 

Didaktikleiterin Anke Trautmann hatte die Begrüßung übernommen, Musik sei Ausdruck von Gemeinschaft, Leidenschaft und Teamarbeit, unterstrich sie. Und sie betonte auch, wie viele helfende Hände gebraucht wurden, damit so ein Konzert überhaupt stattfinden kann: vom Förderverein als Veranstalter bis zum Team der Kirche und den Eltern, die ihre Kinder zu den Proben bringen.

 

Schon der erste Teil der musikalischen Sommernacht hatte viel zu bieten. Das SMS-Orchester mit dem „Vals Criollo“ von Diego Colatti. Der Unterstufenchor folgte der eigenen Aufforderung in „¡Cantar!“ („Sing!“). Ein ebenso seltenes wie perfektes Duo bildeten Yasmin Tang (Violine, Klassenstufe 12) und Julia Celik (Gitarre, Klasse: 10a) in Astor Piazollas (1921- 1992) „Nightclub 1960“. Mal klang das ganz zart, mal energetisch und fast konnte man die Tänzer im Kopf sehen. Der Mittelstufenchor setze das Thema fort mit „Life ist a Tango“ von Lorenz Maierhofer.

 

Vor der Pause zeigte das Samstags-Orchester in „Milonga“ von Diego Colatti und „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodríguez, dass es Tangorhythmen und -ton richtig gut beherrscht. Die Pausen-Zugabe mit „Libertango“ von Astor Piazolla brachte eine besondere Überraschung: das Ehepaar Susanne Kihm und Nikolo Lomtadse aus dem Publikum zeigte, wie es aussieht, wenn Tango nicht nur klingt, sondern auch getanzt wird.

 

Was mit einer musikalische Reise durch die Welt des Tango und südländischen Rhythmen begann, mündete mit Palmeris Messe in ein Werk, das Leidenschaft, Rhythmus und spirituelle Tiefe auf besondere Art und Weise verbindet. Besser kann ein Sommerabend kaum ausklingen.