Die graue Stadt

Dunkel liegt die Stadt im Tal,
Leute dort sind bleich und fahl,
Mauern schwarz von Stahl bedeckt,
Blumen, Bäume gut versteckt.

Menschen sitzen hinter Glas
starren auf ein blaues Flimmern,
Glanz und Gold sie nur noch kümmern,
Gier längst ihre Freude fraß.

Vögel sind längst weggezogen,
Schmetterlinge weggeflogen
Kinder gibt es keine mehr,
die Stadt ist stumm, ihr Herz ist leer.

Seelen laufen Stelzen durch die Stadt,
Gespenstern gleich, die Augen matt.
sie scheinen irgendwas zu suchen,
ein Lachen, Strahlen, Singen, Fluchen.
Vergeblich ist das allemal,
das einzige, was bleibt ist Qual.

Niemand lebt in dieser Stadt.
sie ist zu kalt, sie ist zu satt,
ihr Blühen ist schon lange her.
sie wollte immer nur noch mehr:
mehr Reichtum, Macht oder Vergnügen
bekam dafür Betrug und Lügen.

Haucht doch den Seelen Atem ein!
Lasst ihre Stelzen Flügel sein.
Vielleicht beginnt ein neues Leben,
in dem die Menschen Freude hegen.
Ein neuer Anfang, neues Glück,
und buntes Leben kehrt zurück.

Maren Rixecker 02/2010