Alicia Dreyer und Sophie Petry zeigen politisches Bewusstsein und gedenken Opfern des Nationalsozialismus

Ein Satz des von der Schulgemeinschaft des Gymnasium am Schloss im vergangenen Jahr erarbeiteten Leitbilds lautetet: “Wir vermitteln demokratische Grundwerte und politisches Bewusstsein”. Dies haben sich die beiden Schülerinnen Alicia Dreyer und Sophie Petry (beide 2013 noch Klassenstufe 11) zu Herzen genommen und mit ihrer (erneuten) Teilnahme am internationalen Holocaust-Gedenktag bewiesen. Alicia Dreyer dazu: “Es ist wichtig, dass man zumindest einen Tag dem aktiven Gedenken widmet, damit sich die Ereignisse der Jahre 1933 bis 1945 nicht noch einmal wiederholen!”

Am internationalen Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar, wurde weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auch in Saarbrücken fanden Gedenkveranstaltungen statt. Fest institutionalisiert ist dabei die 24-stündige Veranstaltung in der Johanniskirche, die seit 1996 von der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes (CJAS) organisiert wird. Im vergangenen Jahr trugen erstmals Schülerinnen und Schüler des Gymnasium am Schloss aktiv zum Gelingen der Veranstaltung bei (Informationen dazu lesen Sie hier: http://www.gymnasium-am-schloss.de/fachbereiche/geschichte/befreiung-von-auschwitz.html).

Dies sollte auch in diesem Jahr wiederholt werden. So meldeten sich Alicia Dreyer und Sophie Petry freiwillig, um an der “Klangstele für das Hören – gegen das Aufhören” teilzunehmen. “Nachdem ich es mir vergangenes Jahr als Besucherin ansehen und anhören wollte, war es mir in diesem Jahr wichtig, bei der Gedenkveranstaltung aktiv dabeizusein”, erläuterte Alicia Dreyer ihre Teilnahme.
Die beiden Schülerinnen lasen – wie am späteren Abend auch Religions- und Spanischlehrerin Frau Simon – jeweils eine Stunde lang parallel Namen und Nummern der Ermordeten aus dem “Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939 – 1945” und Namen der deportierten und ermordeten Juden aus dem Saarland, sowie Texte und Gedichte von Peter Weis, Paul Celan und Nelly Sachs. Klänge und Musik von Luigi Nono und Arvo Pärt wurden bewusst zeitgleich zu den beiden LeserInnen abgespielt, so dass nicht immer die Textinhalte zu verstehen waren und sich ein verstörendes Gefühl beim Zuhören ergab, was das Ziel der Veranstalter ist. “Die Idee der Vermischung von Sprache und Musik zur Schaffung einer Atmosphäre des genauen Hinhörens und Nachdenkens hat mir gut gefallen”, äußerte sich Alicia Dreyer nach der Veranstaltung positiv. Auch Sophie Petry empfand die Veranstaltung erneut als gelungen: “Mir hat die Veranstaltung im Vorjahr bereits gut gefallen und mein guter Eindruck hat sich bestätigt. Ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr wieder teilnehmen!”
Die gesamte Schulgemeinschaft bedankt sich bei den beiden engagierten Schülerinnen und auch bei der Vertrauenslehrerin Frau Simon, die bereits vor ihrer Zeit als Lehrerin am Gymnasium am Schloss an der Veranstaltung teilnahm, für ihre aktive Mitarbeit bei der Gedenkveranstaltung! Vielen Dank auch an die Organisatoren, vor allem an Herrn Prof. Dr. Herbert Jochum, der es den Schülerinnen des Gymnasium am Schloss wieder ermöglichte, am Gedenktag teilnehmen zu können, was natürlich im nächsten Jahr fortgeführt werden soll.

Benedikt Hoster (Fachlehrer Geschichte)