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Szenische Lesung „Großstadtlyrik“ begeistert Oberstufenschüler

Szenische Lesung

Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien (Dienstag, 18.12.2012) kam es in der Schulaula zweimal zu einem besonderen Erlebnis: Die beiden Schauspieler des Theater Überzwerg, Eva Coenen und Nicolas Bertholet, hielten vor Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 10 bis 12 (aufgrund der großen Nachfrage) zweimal hintereinander eine szenische Lesung zum Thema „Großstadtlyrik“. Die Anwesenden waren begeistert – was sich auch in den Nachgesprächen mit den Schülern und Schauspielern noch einmal bestätigte.

Bereits zum zweiten Mal haben die beiden „Überzwerge“ Eva Coenen und Nicolas Bertholet im Auftrag der Friedrich Bödecker-Stiftung eine szenische Lesung für Oberstufenschüler vorbereitet. „Das Ziel der Stiftung bezüglich der Lesung ist, dass die Schülerinnen und Schüler noch einmal einen anderen Blick auf die Gedichte bekommen, die sie im Unterricht behandelt haben und im Abitur geprüft werden“, kommentiert Eva Coenen. Dieses Angebot stößt bei den saarländischen Schulen auf großes Interesse. Nicolas Bertholet dazu: „Nachdem unsere erste Inszenierung zum Thema ´Liebeslyrik` insgesamt weniger gebucht wurde, können wir uns mit der aktuellen Lesung kaum vor Anfragen retten.“ So entschied auch das Deutschkollegium des Gymnasium am Schloss, dass dies eine gewinnbringende Veranstaltung für die Schülerinnen und Schüler ist und brachte die Veranstaltung an die Schule. Alle Schüler des aktuellen Abiturjahrgangs nahmen teil, zudem kamen auch die SchülerInnen des Faches Darstellendes Spiel der Jahrgänge 10 bis 12 in den Genuss der Lesung.
In jeweils kurzweiligen 40 Minuten wurden so 20 Gedichte aus dem Gedichtband „Großstadtlyrik“ vorgetragen, gelesen, inszeniert. Ergänzt wurde das Repertoire durch zwei Gedichte aktuelleren Datums, da der Gedichtband in den 1990er Jahren endet. „Wir haben uns an den Rahmen der vorgegebenen Gedichte gehalten und so ausgewählt, dass der Zeitraum 1900 bis zum Jahr 2012 abgedeckt wurde“, führt Bertholet an. Zum Einstieg wählten die Schauspieler ein Gedicht des aktuell sehr angesagten Lyrikers Durs Grünbein aus dem Jahr 2011 und nutzten dies, um den Weg auf die minimalistisch geschmückte Bühne der Schulaula zu finden.
Diese war ausgestattet mit zwei Stühlen, einem Tisch, einem Musikabspielgerät, einer Gitarre und zwei Requisiten (Holzkästen, die zu kleinen Hochhäusern umfunktioniert und immer anders eingesetzt wurden) und wurde von den Schauspielern ebenso bespielt wie der Zuschauerraum. Augenblicke mit viel Bewegung und Emotion, aber auch ruhigere Momente fanden in der von den beiden Schauspielern mittels toller Leistung durchgeführten Inszenierung ihren gut gewählten Platz, so dass es im Endeffekt eine rundum gelungene Veranstaltung zum Thema „Großstadt“ war.
Gedichte von bekannten Autoren wie Ingeborg Bachmann, Bertolt Brecht, Erich Kästner und Kurt Tucholsky waren dabei ebenso wiederzufinden wie ein Lied der Gruppe „Kraftklub“ aus dem Jahr 2012, das die Schauspieler zum Ende der Veranstaltung spielten, um mit den Textzeilen des Refrains „Ich will nicht nach Berlin“ zu enden. Alle Beteiligten waren sich am Ende einig: Man muss auch nicht nach Berlin, um kulturellen Angeboten auf höchstem Niveau beiwohnen zu können. Dazu reicht es (manchmal) aus, in die Schulaula des Gymnasium am Schloss zu kommen.

Stimmen zur Veranstaltung: „Es war toll zu sehen, was man mit den Requisiten alles anfangen kann. Ich fand die Veranstaltung richtig toll!“, lobte Schüler Paul Marx (Kl.10) die Umsetzung auf der Bühne im Nachgespräch, das von den Schülern rege in Anspruch genommen wurde. Auch Schulleiter Herr Peter Geckeis war voll des Lobes: „Ich mag Lyrik sehr gerne und fand es eine schöne Inszenierung“. Dies bestätigte auch Deutschlehrer und bekennender Lyrikfan Herr Lothar Fuhr: „Es hat mir gut gefallen und bringt mir persönlich auch etwas für die Herangehensweise an Lyrik im Deutschunterricht.“

Vielen Dank also noch einmal an die beiden Schauspieler Eva Coenen und Nicolas Bertholet, die die Anwesenden mit ihrer tollen Leistung zu begeistern wussten und zeigten, dass Gedichte etwas Wunderschönes sind.

Benedikt Hoster (Fachlehrer Deutsch und Darstellendes Spiel)

Szenische Lesung
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