Martin Huber spielte „Klamms Krieg“ vor DS-Schülern

Der in Saarbrücken lebende und auf hiesigen Bühnen oft zu sehende Schauspieler und Regisseur Martin Huber spielte am vergangenen Donnerstag (26.01.2012) vor 47 begeisterten Schülerinnen und Schülern der DS-Kurse der Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 das Drama „Klamms Krieg“.

Nach dem erfolgreichen Auftritt des Schauspielers Frank Engelhardt mit dem Stück „Die Wanze“ im vergangenen Schuljahr, wurde auch im Schuljahr 2011/12 ein Einpersonenstück von einem professionellen Theaterschauspieler in der Schule aufgeführt. In diesem Jahr war dies mit Kai Hensels „Klamms Krieg“, einem der am meisten gespielten Stücke der Gegenwart, keine leichte Kost, sondern ein Stück, das die Abgründe der menschlichen Seele und den Umgang mit Schuldgefühlen auf eindringliche Weise darstellt und die Thematik gut auf das Handlungsfeld „Schule“ transportiert. „Das Stück für die Schulen, das direkt im Klassenzimmer gespielt wird, braucht keine großen technischen Einrichtungen und lebt ganz von der Unmittelbarkeit des direkten Spiels in authentischer Atmosphäre. In ihrer gewohnten Umgebung und einer äußerst spannenden Dramaturgie werden Schüler hineingezogen in eine Geschichte um das Thema Gewalt an Schulen – Theater in einer ganz besonderen Form, ganz nah an der eigenen Realität der Schüler“ (vgl. http://www.theatersoli.de/klamm/klamm.html).

Die Hauptperson Klamm ist ein mittelalter Lehrer, der seinen Deutsch-Leistungskurs zum Abitur führen will. Doch aufgrund des Selbstmords eines Schülers aus dem vorherigen Jahrgang, dem Lehrer Klamm in der Deutschprüfung einen Notenpunkt zu wenig zum Bestehen des Abiturs gegeben hatte, schließen sich die Schüler zusammen und erklären Herrn Klamm den Krieg, was sich nicht durch körperliche Angriffe auf den Lehrer zeigt, sondern vielmehr durch ein Verweigern der Mitarbeit und Boykottieren des Unterrichts trotz Anwesenheit. So redet „Klamm (…) gegen eine Mauer des Schweigens, er argumentiert und verteidigt, er versucht es mit Hohn, mit Bestechung mit Drohungen. Immer mehr verrennt er sich, zerrieben von Ehrgeiz und einem Machtwahn, der sich in blindem Hass und einsamer Verzweiflung Bahn bricht“ (vlg. ebd.).

In fünf Akten – deutlich erkennbar anhand des fünfmaligen Auf- und Abgangs durch die Klassentür – steigert sich Klamms Auseinandersetzung mit sich selbst, seinen Schuldgefühlen und den Schülern seiner Klasse bis hin zu Suizidgedanken des Lehrers, der zunehmend körperlich und seelisch verfällt. Sei es durch einen Zusammenbruch im heimischen Bad, der mit einem Kopfverband endet oder durch das zunehmende Alkoholproblem, das im Auftauchen im Unterricht in betrunkenem Zustand gipfelt. Dieser Monolog von Kai Hensel ist somit „ein spannendes Psychogramm, das den Ursachen von Gewalt in einem System von Abhängigkeit und Unterdrückung auf den Grund geht“ (vgl. ebd). Die Schülerinnen und Schüler der drei DS-Kurse sorgten als fachkundiges, offenes Theaterpublikum dafür, dass Martin Huber als Lehrer Klamm zur Höchstform auflief. Verlassen von Freunden, Kollegen, Schulleiter und Schülern mündet Klamms Seelenzustand schließlich eher in eine Katastrophe als in eine untragische Lösung, so dass am Ende auch einige Fragen im Kopf des Publikums offenblieben. Diese konnten in der, aufgrund der harten Thematik angebrachten, sich an die Aufführung anschließenden Fragerunde an den Schauspieler, der mit viel Applaus verabschiedet wurde, geklärt werden.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten daran reges Interesse und die einhellige Meinung aller Beteiligten war, dass eine tolle Aufführung für und durch die Schülerinnen und Schüler sowie den Schauspieler selbst geboten wurde, die in der für die Schüler aus dem Alltag einerseits gewohnten, andererseits als Theaterbühne aber ungewohnten Atmosphäre des Klassenraums für ein Theatererlebnis der besonderen Art sorgte.

Mehr Informationen über Martin Huber allgemein und die Inszenierung von Klamms Krieg erfahren Sie im Internet auf Hubers Homepage.