Großes Weihnachtskonzert mit einer Überraschung

Eine volle Kirche, glänzende Musik und eine besinnlich-fröhliche Vorweihnachtsstimmung: Das Konzert der Chöre und Orchester des Gymnasiums am Schloss hatte dem Publikum in der Saarbrücker Jugendkirche Eli.ja viel zu bieten, unter anderem eine Überraschung für alle. Denn schließlich kommt es nicht so häufig vor, dass der Komponist eines der Werke unter den Zuhörern sitzt – und auch in Andreas Schmittbergers  „Missa Kwela“, uraufgeführt 2016,  steckte so einiges, mit dem man in so einem Werk eher nicht gerechnet hätte.  Schmittberger, geboren in Saarlouis und Lehrer an einer saarländischen Schule, wurde dann auch von Schulleiter Hanns Peter Hofmann noch bevor es losging eigens begrüßt. Hofmann betonte zudem, wie schön es sei, dass das traditionelle Weihnachtskonzert nun wieder in gewohntem Umfang und Rahmen gespielt werden könne – ohne Corona geschuldete Einschränkungen.

 

Bevor jedoch Schmittbergers musikalische Interpretation der heiligen Messe als Hauptwerk des Abends an der Reihe war, wurden zunächst zwei andere Kompositionen dieser Gattung gesungen. Getreu dem Motto „Die Messe im Wandel der Zeit“ ließ sich dabei auch gut verfolgen, wie unterschiedlich sich die einzelnen Teile anhören können, die ja auf den Ablauf einer Gottesdienstform und derer lateinischer Texte in der Kirche zurückgehen: vom Kyrie über Gloria, Credo und Sanctus bis zum Agnus Dei.  Für die musikalische Leitung waren Julia Stodtmeister und Valeria Metzler verantwortlich.

 

Zunächst präsentierte der Mittelstufen- Chor unterstützt von den Männerstimmen des Eltern-Lehrer-Schüler-Chors (ELSCH) die „Missa Rorate coeli desuper“ von Joseph Haydn (1732 bis 1809), begleitet von einem kleineren Teil des Samstagsorchesters und Giorgi Naroushvili an der Orgel – ein Stück, noch in der Klassik verortet, mit klaren, sich zart umspielenden Linien.

Klanglich schon etwas anders zeigte sich anschließend die „Missa Brevis in honorem B. Mariae virginis“ von Johann Gustav Eduard Stehle (1839 bis 1915). Dargeboten wurde sie vom ELSCH-Chor, der von Karoline Metzger an der Orgel versiert unterstützt wurde, wie schon bei der Haydn-Messe dirigiert von Valeria Metzler.

 

Für die „Missa Kwela“ wurde dann wirklich groß aufgefahren, trotz einiger Krankheitsausfälle: Alle Chöre waren dabei, inklusive der Jüngsten im Unterstufenchor, begleitet wurden sie vom Samstagsorchester, ergänzt durch Freunde und Angehörige sowie Paul Gurti am Klavier.  Und vorne am Pult hielt Julia Stodtmeister das Ganze zusammen.

Schon in den ersten Takten zeigte sich der frische Wind, der durch den Kirchensaal fegte – vom ersten „Kyrie eleison“ (Herr, erbarme Dich) bis zum letzten „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden).  Im Zentrum stand dabei der Kinderchor, der sozusagen die Rolle der Solostimme übernahm. Dieser führte die einzelnen Melodien und Motive ein, die vom Erwachsenenchor weitergetragen wurden. Stilistisch fanden sich Elemente afrikanischer und südamerikanischer Rhythmen, mal war es ein Rumba-Takt, mal erinnerte der Schlag an osteuropäische Traditionen und Tänze. Mal trieben die Klänge voran wie im „Gloria“, mal ging es schon in die Filmmusik-Richtung und dann wieder schaukelte die Musik die Zuhörer sanft ein wie im „Sanctus“. Spätestens im „Halleluja“ mit seinem mitreißenden Kanonteil und der fetzigen Percussioneinlage wippten auch viele im Publikum mit. Die intensive Probenarbeit, zuletzt mehrere Tage lang in der Landesakademie in Ottweiler, hatte sich jedenfalls hörbar gelohnt.

Nach dem großen Applaus ging der Konzertabend mit dem gemeinsam gesungenen Adventslied „Macht hoch die Tür“ zu Ende. Und wer wollte, der konnte draußen bei Glühwein, Kinderpunsch und salzigen wie süßen Leckereien das Gehörte noch nachklingen lassen.

von Jochen Stief , 20. Dezember 2022
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